Mittwoch, Oktober 26, 2011

Rockaway Bungalows

Die New Yorker scheinen ja schon seit Generationen Spass daran zu haben, sich auf engstem Raum zu ballen. Dieses Bedürfnis gilt wohl nicht nur für ihre Wohnungen oder ihre Arbeitsplätze, sondern erstreckt bis hinein in die Freizeitgestaltung. Das nachfolgende Foto entstammt einmal mehr der großartigen Sammlung von hochauflösenden Fotos bei Shorpy, deshalb unbedingt auch mal dem Link folgen und das Original dort ansehen, so schön groß wie da gehts hier leider nicht:
http://www.shorpy.com/node/1176


Das Bild ist wie folgt beschrieben: Ferien-Bungalow-Kolonie in Rockaway, Queens, ungefähr 1910. Aus der Sammlung von George Grantham Bain. Beachte die Vorgärten aus Sand, der mit Muschelschalen dekoriert wurde.

Wo genau das Bild aufgenommen wurde, lässt sich wohl nicht mehr herausfinden. Rockaway ist jedenfalls ein Ort im New Yorker Stadtgebiet, den wir meines Wissens noch nicht aufgesucht haben, umsomehr ein Grund, dass er hier mal Erwähnung findet. Es handelt sich dabei um die lange Halbinsel, die dem Stadtteil Queens auf der Atlantikseite vorgelagert ist und die man - meine ich mich erinnern zu können - auch gelegentlich überquert, wenn man sich im Landeanflug auf den JFK-Airport befindet.




Der Ort, der je nach der Landsmannschaft, die sich dort in einem Viertel gerade zusammengefunden hatte, auch "Irish Reviera" oder "Jewish Reviera" genannt wurde (es gibt sicher noch weitere Revieras), liegt östlich von Coney Island. Aber während in Coney Island wohl vorwiegend das pure laute grelle Vergnügen zu finden war, ging es Rockaway eher beschaulich zu, der richtige Ort für den kleinen Familienausflug oder -urlaub. Auf der Insel gibt es einen Menge Straßen, die einfach nur aus dem Wort Beach und einer Nummer bestehen, also "Beach 48th oder Beach 71st oder Beach 133rd" und die früher wohl einmal solche charakteristischen Bungalowreihen beherberten wie man hier sehen kann. New Yorker lieben es scheinbar auch, ihre Straßen klassisch und schlicht durchzunummerieren.


Eine Möglichkeit, sich dem Standort des Fotos anzunähern war die Möglichkeit, auf die New Yorker Luftbilder von 1924 zurückgreifen, die auch den größten Teil von Rockaway Beach abdecken, 14 Jahre nach dem Ausgangsfoto entstanden sind und es zumindest erlauben, nach Gebäudestrukturen zu suchen, die denen ähnlich sein könnten, die man dort sieht. Die ersten drei Ausschnitte stammen von der westlichen Spitze von Rockaway, die sich auch "Breezy Point" nennt. Allerdings kommen mir die Häuschen, die hier jeweils rechts und links der Wege angeordnet sind, ein wenig zu klein vor.




Etwas weiter östlich habe ich diese kleine Kolonie entdeckt:


Am schlüssigsten finde ich aber jene Viertel, die sich am Rande oder innerhalb der normalen Stadt-/Dorfbebauung befinden und bei denen die Länge der Gebäude vermuten lässt, dass es sich hierbei um Bungalows handelt, wie man sie auf dem Ausgangs-Foto sieht. Diese Beispiele habe ich noch ein ganzes Stück weiter östlich vom Breezy Point gefunden.



Der Blick in die Gegenwart ist ernüchternd, den von den Bungalow-Kolonien scheint nicht mehr viel übrig geblieben zu sein. Entweder wurden sie schon lange überbaut oder es befindet sich dort Ödland, nachdem man die Gebäude zu einem früheren Zeitpunkt abgerissen hat.

Dem Kommentarfeld bei Shorpy ist jedenfalls zu entnehmen, dass es viele Menschen gibt, die sich noch mit Freude an die Vergangenheit und an ihre glückliche Kindheit in Rockaway Beach erinnern. Deshalb gibt es zum Abschluss noch ein paar Bilder vom historischen Rockaway Beach.

















Quellen: Google Bildersuche, Shorpy und

Nachschlag:

Ein Leser hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Ramones auch einen Song namens "Rockaway Beach" hatten. Und da die Punk-Pioniere aus New York hier natürlich einen Ehrenplatz haben, schicke ich den Song noch hinterher, wie üblich werden die zweieinhalb Minuten und zweieinhalb Akkorde nicht überschritten. Vielen Dank Anonym.




Nachschlag 2:

Ich habe noch ein paar Infos zu Rockaway Beach von den Ramones gefunden.
http://en.wikipedia.org/wiki/Rockaway_Beach_(song)

The album was recorded in late August 1977 at Media Sound studios in Midtown Manhattan. The cost of recording Rocket to Russia was roughly $25,000, which was significantly higher than that of the band's two previous records. At the request of guitarist Johnny Ramone, Punk Magazine editor and illustrator John Holmstrom produced the sleeve art, a cartoonish view of the world from a rocketship with a pinhead, emblematic of the band, grabbing onto it. In 1978, the album peaked at #49 on the Billboard pop albums chart, making it one of the band's most popular releases.

"Rockaway Beach", written by bassist Dee Dee Ramone in the style of the Beach Boys and other early rock 'n' roll bands, was written about Rockaway Beach, Queens, where Dee Dee liked to spend time. Johnny Ramone claimed that Dee Dee was "the only real beachgoer" in the group. Released in 1977, it was the Ramones' highest-charting single in their career, peaking at number 66 on the Billboard Hot 100. "Rockaway Beach" has been covered by the punk rock cover band The 77's, Finnish punk rock band Ne Luumäet (in Finnish, "Hiekkaa Hietarannan"), Swedish rock band Sahara Hotnights, American punk rock band The Queers (who covered the entire Rocket to Russia album in 1994 on Rocket to Russia), American punk rock band The Huntingtons (who covered a number of other Ramones songs on Rocket to Ramonia), Morrissey collaborator and former Polecat, Boz Boorer, Canadian rock band Deja Voodoo (also in Finnish), German punk band Die Toten Hosen on its "Alles wird vorübergehen" single, and Spanish rock band Siniestro Total (in Spanish, under the title "Rock en Samil", a popular beach near the group's hometown Vigo in Galicia). The Argentinian band Superuva did the same with its cover "Rock en Tandil", a city in the middle of the Tandilia hills.

Kommentare:

  1. Im Gegensatz zu den Fotos haben die Ramones Rockaway Beach musikalisch verewigt:

    http://www.youtube.com/watch?v=6siGKxcKol0

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  2. Schaedel9:25 vorm.

    vielen Dank für den Hinweis, schon ergänzt.

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